Da ist es wieder das heftige Pulsieren, der einseitig pochende, stechende oder dröhnende Kopfschmerz welcher oft mit Übelkeit oder Überempfindlichkeit gegen Licht, Geräusche und Gerüche einhergeht. Diese Art von Attacken beinträchtigen Migräne-Betroffene massiv, sie nehmen über lange Zeiträume Schmerzmittel - beträchtliche Nebenwirkungen werden dabei in Kauf genommen.
Ein ganzheitlicher Blick auf diesen Kopfschmerztyp lohnt sich, denn so lässt sich erklären welche Mechanismen Migräne auslösen und welcher Mangel bei Migräne-Betroffenen zugrunde liegt. Wie dich integrative Ernährungstipps bei Migräne unterstützen und deinen Kund:innen helfen können, erfährst du heute hier.
Die Chinesische Medizin sieht die Entstehung von Migräne in anfallartig aufkommendem Leber-Wind sowie Stagnationen von Blut, Qi oder Schleim-Nässe innerhalb der Gallenblasen-Leitbahn. Einer der Hauptgründe, dass Leber-Wind entstehen kann, liegt an einem Yin- und Blut-Mangel. Daher leiden auch zwei- bis dreimal mehr Frauen an Migräne als Männer, denn das Absinken des Östrogenspiegels kurz vor der Periode geht mit einer Abnahme von Yin und Blut einher und gilt bei Frauen als typischer Auslöser von Attacken.
Leber und Gallenblase sind anatomisch eng verbunden und werden gemeinsam als das Element Holz verstanden. Wobei die Leber den nährenden Yin-Aspekt verkörpert und die Gallenblase den bewegenden Yang-Aspekt darstellt. Gerade bei einem Migräneanfall wird diese Verbindung deutlich, da sowohl Wind-Symptome aus dem Lebersystem als auch Stagnationszeichen der Gallenbasen-Leitbahn zu beobachten sind.
Die Gallenblasen-Leitbahn verläuft seitlich des Körpers von den Beinen über die Rippenbögen nach oben und durchzieht Schulter und Nacken. Im Kopfbereich selbst verläuft sie seitlich um die Ohren, zieht zu den Schläfen und endet an den Augen. Bei Migräne kommt es anfallartig zu einem starken Aufkommen von Leber-Yang, welches durch seine heftigen Bewegungen Wind erzeugt und entweder links oder rechts entlang der Gallenblasen-Leitbahn nach oben in den Schädel schießt. Durch seine starken und unruhigen Bewegungen kommt es zu dabei zu pochenden oder dröhnenden Kopfschmerzen. Das Empfinden dabei wird oft wie ein „Gewitter im Kopf “ beschrieben, wobei der Leber-Wind für den Sturm sorgt und das unkontrolliert aufsteigende Yang Blitze auslöst. Besteht im Bereich der Gallenblasen-Leitbahn zusätzlich eine Blut-Stase, so können auch stechende, nadelstichartige Schmerzen auftreten, bei Stagnationen aufgrund von Schleim-Nässe treten zusätzlich dumpf-drückende Schmerzen auf.
➳➳➳ Durch die Yang-Überaktivität im Leber-System sowie im Verlauf der Gallenblasen-Leitbahn wird die Reizweiterleitung von den Sinnesorganen zum Gehirn übersteuert, was in Licht- oder Geräuschempfindlichkeit resultiert.
Daher wollen sich Betroffene meist ausruhen und ins Dunkle zurückziehen. Jegliche körperliche Aktivität oder Reizaufnahme regt die Yang-Bewegungen noch weiter an und steigert die Schmerzintensität meist zusätzlich. Da es innerhalb unseres Tagesrhythmus, ähnlich den Gezeiten des Meeres, eine natürliche Zu- und Abnahme von Yin und Yang gibt hat auch die Tageszeit einen Einfluss auf Migräne. In den frühen Morgenstunden erwacht unser Yang und beginnt sich auszubreiten und, wie die Morgensonne, aufzusteigen. Das natürliche Zunehmen der Yang-Energien im Tagesverlauf verstärkt die inneren Yang-Bewegungen. So beginnen die meisten Migräneattacken auch morgens. Innerhalb unserer Organsysteme besteht ein balanciertes Wechselspiel zwischen den Organen des Erde-Elements (Milz, Magen) und des Holz-Elements (Leber, Gallenblase). Dabei stellt das Element Erde eine Art Schutzwall gegen das Element Holz dar, um Übergriffe, wie z. B. übermäßigen Leber-Wind, zu bändigen. Im Fall einer Migräne ist die Energie des Leber-Yang und dem daraus entstandenen Leber-Wind jedoch so groß, dass es den Schutzwall einfach niederreißt und darüber hinwegfegt. Zusätzlich zapft die Leber auch noch das Milz-Qi an, um genügend Energie für das exzessive Ausstoßen von Leber-Yang und Leber-Wind zu generieren. Die Folge davon ist ein geschädigtes Milz-Qi, was Müdigkeit und Appetitlosigkeit zur Folge hat. Dieser Energiemangel zieht durch die gesamte Migräneepisode, selbst nach dem Abklingen der Migräne sind Betroffene in der Regel abgespannt, müde und erschöpft. Bis zur vollständigen Erholung dauert es oft bis zu 24 Stunden.
Bei Kopfschmerzen, die wie bei der Migräne durch aufsteigendes Leber-Yang oder Blut-Stase hervorgerufen werden, sollte dem Funktionskreis Leber und Gallenblase vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Der Einsatz von aromatischen, bewegenden Kräutern, Gewürzen und Lebensmitteln entstaut und entlastet. Aufgrund der auftretenden Fülle ist aber darauf zu achten, dass die Thermik neutral bis kühlend-erfrischend bleibt.
Durch eine bewusste Auswahl von Lebensmitteln wird die aufsteigende Energie reduziert bzw. nach unten gebracht. Gleichzeitig ist es günstig, da es ein Fülle-Syndrom ist, den Körper von innen zu erfrischen und zu kühlen. Trotzdem ist es wichtig, auf die Bekömmlichkeit zu achten und nicht nur Rohkost und kalte Lebensmittel zu essen. Ideal ist ein Mittelmaß:
Getreide |
Polenta, Reis, Gerste, Buchweizen, Cous Cous, Bulgur, Quinoa, Weizen |
Hülsenfrüchte |
Mungbohnen, Adzukibohnen, Linsen, Kichererbsen |
Gemüse |
Aubergine, Spinat, Mangold, Möhren, Stangensellerie, Rettich, Chinakohl, Brokkoli, Kohlrabi, Blumenkohl, Radieschen, Schwarzwurzel, Spargel, Zucchini, Tomate, Gurke (gekocht!), alle Blattsalate, Sellerie, Champignons, Austernpilze, Rote Beete, Kürbis, Stangensellerie, Rucola, Endivie |
Obst |
Birne, Aprikose, Wassermelone, Apfel, Beeren |
Fleisch |
Huhn, Schwein (mager) |
Fisch |
Möglichst frisch! Süßwasserfisch wie z.B. Forelle, Karpfen, Saibling Meeresfisch wie Makrele, Hering (Omega 3 Quelle) |
Kräuter/Gewürze |
Frische Küchenkräuter, wie Petersilie, Koriander, Salbei, Curcuma, Kreuzkümmel, Kardamom, Wacholder |
Getränke |
Rosenknospentee, Salbeitee, Melissentee, Zinnkrauttee, Verbenenkrauttee, Pfefferminztee, Kamille, Grüner Tee, Kümmeltee, Petersilientee |
Nüsse/Samen |
Sesam, Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, |
Sonstiges |
Hochwertige Pflanzenöle (Olivenöl, Leinöl), Tofu, Algen, Löwenzahn |
Viel wird bei Migräne bereits durch Meiden ungünstiger Lebensmittel oder Ernährungsgewohnheiten erreicht.
Mehr zum Thema Histamin findest du in diesem Artikel: Meine besten Ernährungstipps bei Histamin Unverträglichkeit
Ein erster hilfreicher Schritt ist, wenn sich Migräne-Betroffene einen Überblick über ihre Stresssituation verschaffen. Das geht gut mit einem Tagebuch, in dem sie ihre Gedanken und ihre Befindlichkeit niederschreiben. Ideal ist, wenn das regelmäßig gemacht wird, z. B. täglich am Abend eine kurze Reflexion oder eine Liste der Situationen im Leben, die für Betroffene Stress bedeuten.
Folgende Fragen kannst du ihnen mitgeben
Was tut gut? Was verschlechtert das Befinden? Was belastet ihn oder sie? Warum ist das so stressig? In einem nächsten Schritt können die Kund:innen analysieren, überlegen und aufschreiben, welche Möglichkeiten sie haben, diese stressigen Situationen zu ändern. Das ist eine gute Grundlage für ein nächstes Gespräch bzw. für unterstützendes Coaching oder psychotherapeutische Interventionen.
Es gilt den Betroffenen Mut zu machen – sie können immer etwas tun! Es gibt viele Methoden zur Reduktion von Stress, wie Meditation, Selbsthypnose, Entspannungstechniken, Yoga, Taijiquan oder Qigong. Ebenfalls empfehlenswert sind Bewegung an der frischen Luft, Spaziergänge in der Natur und Atemübungen.
4 Karotten, 1 Bund Radieschen, 2 EL Sesamöl, 2 EL Sesamsamen, Pfeffer, Salz, 2 EL Apfelessig, 2 EL Rapsöl,2 EL Sojasoße, ½ Tl Umeboshi-Mus, 1 Bund Schnittlauch, 2 Chinakohlblätter
Zubereitung
Karotten schälen, halbieren, vierteln und in 2 cm lange Stifte schneiden, diese im Dampfgarer oder in etwas Wasser bissfest kochen. Die Radieschen waschen, putzen und in dünne Scheiben schneiden oder hobeln, die Scheiben auf einem Teller mit einer Marinade aus Sesamöl, Sesam, Pfeffer, Salz und Essig kurz marinieren.
Die Karottenstifte ebenfalls auf einem Teller oder in eine Schüssel geben und in einer Marinade aus Rapsöl, Sojasoße und Umeboshi-Mus kurz ziehen lassen. Schnittlauch in Röllchen schneiden und zu den Karotten geben. Die beiden Salate auf Chinakohlblättern anrichten.
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